Lernblog? Lernblog!

Der Start in meinen ersten Blog-Beitrag fällt mir ehrlich gesagt etwas schwer, weshalb ich mir einen Kunstgriff erlaube und Marco Jakob, der diesen Lernblog programmiert hat, zitieren möchte: “Der persönliche Lernblog ist eine Website, auf der eine Person laufend notiert, was sie entdeckt, erarbeitet oder lernt. Neben abgeschlossenen Dingen hält man vor allem fest, wo man gerade dran ist und vielleicht auch, wenn mal etwas nicht gelingt. Oder man präsentiert unfertige Ideen - wie diesen Blogeintrag hier."

Vor allem der letzte Satz spricht mich heute Abend besonders an… “Eine unfertige Idee” - das ist die Sache mit dem Lernblog nämlich wirklich noch. Sie fühlt sich ziemlich gut an, aber noch ist mir vieles unklar. Doch das darf und soll auch so sein. Wie so manches kommt auch dieser Lernblog nicht fixfertig auf die Welt, sondern will wachsen und lernen und sich entwickeln. “You don’t have to see the whole staircase - just take the first step”. Okay…

Bloggen will ich also - ich, die sich nie auf Social Media rumtreibt und tunlichst bemüht ist, nichts Privates ins Netz zu stellen! Aber irgendwie fühlt es sich mit diesem Lernblog anders an. Mein Lernen kann ich gut und gerne öffentlich machen. Und auch wenn dieser Blog im Austausch mit der Projektgruppe BOYD und im Rahmen unseres GP/TU-Pilotversuchs zur Kompetenzorientierung am bwd (dazu später mehr) entstanden ist, so beschränkt sich mein Lernen doch bei weitem nicht auf meinen Job als Lehrerin - und deshalb nehme ich mal an, dass ich hier doch einiges Privates von mir Preis geben werde. Warum mich das im Kontext von “Lernen” nicht stört, verstehe ich auch noch nicht ganz…

Ich werde also übers Lernen bloggen - und somit auch über das, was der innerste Antrieb in meinem Leben ist. Ich lerne nämlich richtig gern - fürs Leben gern! - Okay, zugegeben: Lernen geht nicht immer spielerisch - Lernen kann auch sehr mühsam sein (Computer und ich - das ist keine Liebesgeschichte!), oder anstrengend (schon mal Yoga gemacht?) und manchmal auch ziemlich schmerzhaft (Dämonen der Kindheit lassen sich nicht mit einem Augenzwinkern vertreiben). Und dennoch steckt genau hier der “juice of life” - Lernen bringt Klarheit, Leichtigkeit und Standfestigkeit; ich kann mein “Ich” durch das Verständnis für mich, andere und anderes vergrössern und mich mit mir und den Menschen, ja, der Welt um mich verbinden.

Ja, und ich lerne nicht nur gerne - ich schreibe auch gerne! Denn Arbeit an der Sprache ist Arbeit an den Gedanken. Und ich mag klare Gedanken, ganz einfach weil ich es gerne einfach und leicht habe im Leben.

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, warum es für all das einen Lernblog braucht…? - Natürlich für unser Pilotprojekt. Aber auch für mich - um mein Lernen, das meist ganz informell geschieht, sichtbar zu machen und festzuhalten. Für mich - und vielleicht auch für andere.

Et voilà - der Einstieg ist geschafft, der erste Blog-Eintrag geschrieben.

Ich blogge echt jetzt!