All needs matter - always

Eines meiner Steckenpferde ist die Soziokratie. Sozio-was? werden sich viele fragen - und keine Angst, ich werde in meinem Lernblog sicher immer mal wieder auf die Soziokratie zu sprechen kommen und sie auch im Detail auseinander nehmen.

Im Moment schreibe ich zusammen mit zwei Freunden das Konzept für die soziokratische Organisationsform der Unico-Schule (ein weiteres Steckenpferd von mir ;-) und da geht es einleitend um ganz Grundsätzliches - und auch in diesem Blog-Eintrag soll es um Grunsätzliches gehen. Also um das Was, Wieso und Warum überhaupt?

Soziokratie ist…

… eine etablierte Organisationsform, die alle Beteiligten in Entscheidungen und damit auch in die Verantwortung einbindet. Und das passt prima zur Unico, denn in der Soziokratie wie auch bei Unico gilt: Alle Bedürfnisse zählen - immer!

Diese Gleichwertigkeit macht soziokratische Organisationen aber nicht etwa träge; dank klaren Prozessen und Grundsätzen sind sie im Gegenteil sehr effiziente und agile «lernende Organisationen», die sich selber laufend weiter entwickeln und neuen Gegebenheiten anpassen.

Soziokratische Organisationen wie die Unico…

  • sehen Probleme als Klärungspotenzial und Bereicherung und Fehler als Lernerfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten;
  • haben funktionale, aufgabenbezogene Hierarchien und keine Macht-Hierarchien;
  • nutzen und fördern sowohl die kollektive Weisheit der Gruppe und als auch die kreative Tatkraft des Einzelnen;
  • suchen nicht das Perfekte, sondern das momentan Optimale («good enough for now, safe enough to try»).
  • fällen Entscheide dort, wo sie auch umgesetzt werden.
  • fördern vielfältige Inputs, überlassen das Fällen von Entscheiden ein paar Wenigen («decisions by few, input from many»);
  • sind transparent und ermöglichen allen Zugriff zu Daten und Informationen.

Klingt toll, nicht? Und damit es nicht nur toll klingt, sondern sich auch umsetzen lässt, orientieren wir uns bei Unico an der soziokratischen Kreisorganisations-Methode SKM und ihren vier Basisprinzipien Konsent (Art der Entscheidfindung), Kreisorganisation (Teams entscheiden autonom innerhalb ihrer Grenzen), doppelte Verknüpfung (Kreise sind doppelt verbunden) und offene Wahl (moderierte Prozess zur Besetzung von Rollen).

Dazu sicher zu einem späteren Zeitpunkt mehr!

Für alle, die jetzt schon gerne mehr lesen möchten: Hier die Website von Ted J Rau und Jerry Koch-Gonzales mit dem im obenstehenden Bild erwähnten sehr hilfreichen Buch mit dem wunderbaren Titel “Many Voices - One Song”: www.sociocracyforall.org